szmmctag

  • Flugverbot...

    Gretchen kommt heute früher heim, weil der letzte Schüler in Fernost sitzt. Irgendwie reicht's dann auch langsam mal mit dem Flugverbot.
    Trotzdem - mir reichen für heute auch sechs Stunden Getröte.

    Einen schönen Dienstag wünscht Euch das Gretchen

  • Vulkanausbruch! Endlich!

    ;DBin ja völlig begeistert, dass die Menschen sich in Geduld üben müssen und dass nun Ende ist, mal schnell mit dem Billigflieger von München nach Berlin, oder Stuttgart nach Hamburg zu fliegen.
    Diese vielen Flüge sind doch einfach nur umweltschädlich und nur, weil man nicht mit der Bahn fahren will (Klar! Zeit ist Geld - Umweltschutz ist unwichtig), leistet man sich diesen Unsinn!

    Ich freue mich für all diejenigen, die eine unvergessliche Nacht in einem Feldbett auf dem Flughafen verbringen und endlich mal ein richtiges Abenteuer erleben, von dem sie wahrscheinlich noch ihren Kindern erzählen! Schlafparty auf dem Flughafen! Zwischenmenschliche Begegnungen, erzwungenes Time-out, erkennen dass die Arbeit nicht alles ist und dass es auch mal ein paar Tage ohne Hektik geht.

    Was mich nervt, sind die vielen Sondersendungen im TV: Brennpunkt usw. "Mein Gott, wie viele Tage noch ohne Flugzeug?", "Chaos am Bahnschalter!", "Keine Mietwagen mehr!!!"

    Mich würde vielmehr ein Brennpunkt zum Thema "Naturschauspiel Vulkanausbruch" interessieren.

    Leute, geniesst die paar ruhigen Tage ohne Dauerfluglärm! Meine Familie geht morgen jedenfalls an den See und macht ein schönes Urlaubswochenende Zuhause!

    Euer Gretchen - jetzt auf Facebook "Gretchen Orchestermusiker"

    PS. Unser Chef hat nur eine Riesensorge: Keine Zauberflöte ohne Pamina am Wochenende!Pamina sitzt nämlich in Portugal fest. Vielleicht kann Angie sie mitnehmen! Und was machen wir mit Papageno? Der wollte mit dem Flieger aus Amsterdam kommen! Mitfahrzentrale!

  • Facebook - nein Danke!

    Hätte die Stasi doch das Facebook gehabt! Was hätte sie sich an Arbeit sparen können!
    Klar, auch Euer Gretchen ist Mitglied (allerdings nicht unter "Gretchen Orchestermusiker" zu finden...),
    aber meine Aktivitäten halten sich doch sehr in Grenzen.
    Mein Status wechselt zwischen "Gretchen gräbt genussvoll im Garten" oder "Gretchen glaubt an den Weihnachtsmann" und ich habe einen stinknormalen, aber nicht peinlichen Schnappschuss von mir als Profilbild, wo mich auch alte Schulfreunde erkennen sollten.

    Genau dazu nutze ich Facebook gelegentlich: Kontakt zu Freunden und Bekannten aus Schul- und Studienzeit zu halten.

    Wenn ich mir aber mal die Statusmeldungen meiner "Freunde" angucke, lese ich oft mehr, als ich über sie wissen möchte:
    "Bernhard Ganzbesonderswichtig spielt gerade allererste Solotrompete im Philharmonischen Orchester Grossestadt!" (...und möchte deshalb per Kommentar von allen bewundert werden! Mindenstens aber 1x auf den "Gefällt mir"-Button drücken!)

    "Julia KenneichflüchtigausdemStudium liegt gerade im Kreissaal der Uniklinik und denkt, dass die zweite Geburtsphase nun eröffnet ist!" Schnell noch ein Foto mit Schnabeltässchen in der Hand über Facebook für iphone. Ja, toll! Ein iphone hat Julia auch!

    "Cornelia Fandichschonimmerblöd (habe sie aber trotzdem als "Freundin" bestätigt) spielt heute wieder ein Solokonzert in Hintertupperware-Dorf, geht morgen unterrichten und kauft heute Abend alles für ein Abendessen mit Anton, Brigitte, Claudia und Dirk ein! Ich freu mich schon. Tschüssi!!!!!! :))))"
    Hähähä, Cornelia. Super! Die Meldung ans Finanzamt kannste dir sparen! Von wegen Mugge bar zahlen lassen, Schüler schwarz unterrichten und dann das Abendessen als Geschäftsessen ausgeben!

    In letzter Zeit häufen sich Freundschaftsanfragen von Leuten, die zwar angeblich meine Freunde kennen wollen, aber die mir höchstens vom Sehen, manchmal nur als Name auf einer Prüfungsliste bekannt sind.

    Frage: Was wollen diese Leute von mir????

    Frage mich auch: Was wollen die Leute von mir, die mich zu Schul- und Studienzeit geschnitten haben, sicher blöd fanden, nie ein Wort mit mir geredet haben, aber nun plötzlich eine Freundschaftsanfrage schicken?

    Ganz klar: DIE STASI LEBT! ES SIND ALLES SPITZEL! "I.M.FACEBOOK" sozusagen!

    Eigentlich könnte der Staat via Facebook leicht nachvollziehen, was seine Bürger den ganzen Tag treiben, wie sie denken, mit wem und worüber sie sich austauschen. Warum läuft Facebook in China dann also nicht!?

    Ach, Leute! Während ich das hier schreibe, habe ich mich nun doch gerade als "Gretchen Orchestermusiker" bei Facebook angemeldet. Mal sehen was passiert!
    Was ich aber garantiert nicht hochlade sind Bilder aus dem Kreissaal (steht aktuell sowieso nicht an) oder Berichte a la "Bitte bewundere mich". Bitte schickt mir auch keine Einladungen zu Farmville!

    Herzliche Grüsse vom
    Facebook-Hasser Gretchen
    (- heute eigentlich nur so schlecht drauf, weil's Auto KAPUTT ist! KAPUTTKAPUTT! Bäh! Inn einer Stunde kommt der Abschleppdienst! GRRRRRR!!!!!!!!!)

  • Karfreitagsmugge...

    Cassia wollte es ja nicht anders!

    Es ist Gründonnerstag, wir proben mit einem Muggenorchester, bestehend aus einigen Philharmoniker, einigen Lehrern der örtlichen Musikschule und diversen Laien unter der Leitung eines ehemaligen Blasmusikdirigenten eine Beethoven Messe und eine Uraufführung.
    Leider ist der Hobby-Komponist anwesend. Sein Chor singt nämlich mit. Profi-Sänger kann er auch nicht sein, denn sonst würden die Choristen besser singen. Auch die Solisten sind eine akustische Zumutung. Das Stück handelt von einer Bibel-Szene, die entfernt zum Osterfest passt, die Musik ist angeblich selbstkomponiert, wer sich aber ein klein wenig in der Musikgeschichte auskennt, entdeckt eine Collage aus Geklautem:
    Wagner's Trauermarsch aus der "Götterdämmerung" mit leicht vereinfachtem Rhythmus, diverses aus Bartoks "Herzog Blaubarts Burg", auch Rautavaara Kompositionen und Alban Bergs "Wozzeck" scheint der "Komponist" irgendwie zu kennen.

    Mir ist schrecklich langweilig. Nicht dass ich etwas gegen moderne Musik hätte. Im Gegenteil. Ich habe nur etwas gegen Musik, die schlecht gemacht ist. Mein Kollege jammert: Wenn er Magen-Darm-Grippe hätte, dann auf eine Leinwand k----n würde und das als zeitgenössische Kunst deklarieren würde, wäre er ein genau so grosser Maler, wie dieser Kerl ein Komponist!
    Da kann ich ihm nur zustimmen! Recht hat er! Punkt!

    Der Dirigent macht seine Sache recht gut. Er ist putzig. Vertut sich zwar desöfteren mit den Richtungen, aber für einen Laien... ausserdem ist er echt nett und man kann ihm nicht böse sein. Offensichtlich hält er den Komponisten für einen grossen Künstler!

    Mir ist immer noch langweilig. Ich blättere in dem Programmheft und lese die Lebensläufe der Solisten. Wo man wohl so schrecklich singen lernt!?
    Aha! Alle vier Solisten sind Gesangsschüler von A.F.Hüpper (Name geändert/Gretchen hofft, dass es einen Gesangslehrer dieses Namens nicht gibt!). Soso! Ein Blick auf die Noten meiner Uraufführung: A.F. Hüpper 2010. Das erklärt einiges. A.F. Hüpper war mir bis zum Morgen noch kein Begriff. Ich lese weiter.

    Der Tenor ist Dipl-Ing, aber gibt singt "diverse Operncharaktere"...
    ...unter der Dusche, oder wo!?

    Die Altistin ist Biochemikerin und gibt Liederabende von Strauss und Mozart. Okay, jedem sein Hobby, aber wenn sie bei dem einfachen zeitgenössischem Singsang schon so leiert, in der Beethoven-Messe fast keinen Einsatz findet und wenn sie einen findet, muss man um jeden Ton bangen! Hilfe! Da möchte ich doch keinen Strauss oder Mozart Liederabend von der Dame hören!

    Die Sopranistin ist ebenfalls quasi Profi-Sängerin. Im Hauptberuf Grundschulleiterin, studiert ebenfalls bei A.F.Hüpper an der weltberühmten privaten Gesangsschule und hat sogar schon Solopartien im Bach-Chor Hintertupperwarebach gesungen und eine CD mit Schubert Liedern aufgenommen. Was Beethoven wohl zu den Vierteltonrückungen in seiner Musik gesagt hätte?

    Meine Kollegen und ich trösten uns mit viel zu vielen Ostereiern und ich lese meinen Krimi (siehe letzter Blogeintrag). Zum Glück ist die Mugge gut bezahlt.

    Überhaupt gewinne ich immer mehr den Eindruck:
    Gut musizieren (z.B. im Sinfonieorchester an meinem Arbeitsplatz) = schlechte Bezahlung.
    Schlecht musizieren (wie z.B. diese Mugge oder irgendwelche Volksmusikständchen playback im TV) = gut bezahlt.

    Mein Mann will mir am Abend mein Gejammere über die schlechte Mugge nicht glauben und verspricht, sich am KARFREITAG das Konzert anzuhören. Das Konzert findet übrigens in einer EVANGELISCHEN Kirche statt und die Beethoven MESSE beinhaltet ein GLORIA... Das nur nebenbei zur enormen Weitsicht der Konzertplanung.

    Mein Kollege stopft sich bereits vor dem Konzert mit 400g alkoholhaltigen Ostereiern voll und ich trinke zur Motivation einen Sekt vorweg.

    Nach dem Konzert sagt mein Mann nur einen einzigen Satz: "Ich wusste gar nicht, dass Beethoven mit seiner Messe das Leiden Christi vertont hat!"

    Man lernt eben nie aus!
    ;D

    Euer Gretchen

  • Buchtipp

    Hallo!

    Hattet Ihr schöne Ostern? Ich habe dann doch noch drei lukrative Konzerte gespielt - bei der gebotenen Gage konnte ich einfach nicht ablehnen. Eigentlich war es bei einem Konzert fast mehr ein Schmerzensgeld. Schliesslich musste ich mir geschlagene 90 Minuten das Lachen verkneifen!

    Während der Proben hatte ich ausgiebig Zeit, in meinem neuesten Krimi zu schmökern. Der war so spannend, dass ich ihn kaum aus der Hand legen konnte! Deshalb möchte ich ihn den Krimifans unter Euch wärmstens empfehlen:

    Erich Schütz - Judengold, kostet 11,90€ und ist bei GMEINER erschienen.

    Eine wunderschöne Frühlingszeit und spannende Stunden wünscht Euch das Gretchen

  • Einzigartiger Einblick ins Konzertleben

    Da langweilt sich offensichtlich noch ein Orchestermusiker und sucht die Öffentlichkeit.
    :>>
    Oder wie kommt man darauf, sich selbst im Dienst zu filmen? Einfach genial! Und nebenbei: Der Gute hat in diesem Stück noch richtig etwas zu tun. Ich kenne da ganz andere Stücke, wo man mehrfach zwischen 20-40 Minuten meditativ auf der Bühne absitzen darf.

    Viel Spass!
    Euer Gretchen

  • Musikschule...

    Was macht eigentlich die Musikschule?

    Also "meine" Musikschule - die Schule an der ich arbeite, hat spürbar mit den Auswirkungen der Wirtschaftskrise zu kämpfen. Die Leute melden ihre Kinder nicht mehr einfach so zum Unterricht an, auch Abmeldungen sind schon vorgekommen - nicht zu knapp, aber zum Glück nicht bei mir.

    Und wer nicht gerade an Geldmangel leidet und versucht, ihn durch weniger Instrumentalunterricht für's Kind in den Griff zu bekommen versucht, kämpft mit dem "G8", dem 8jährigen Gymnasium. Dabei fand ich den Vorschlag, die Jugendlichen ein Jahr früher ins Leben zu entlassen, zunächst gar nicht so schlecht. Aber wer G8-Schüler im Instrumentalunterricht hat, weiss: Vor 16.30 Uhr braucht man gar nicht nach Zeit für den Unterricht zu fragen, Hausaufgaben und Nachhilfe fressen die restliche Zeit des Nachmittags auf. Wer hat da schon noch Energie zum Musizieren?

    Ich verstehe jedes "G8-Kind" gut, was sich am Nachmittag nach den Hausaufgaben auf's Sofa fallen lässt und bei DSDS & Co hängen bleibt.

    Es ist doch einfach schade, dass es so viele angeblich wichtige Details in der Schule zu lernen gibt und die Kinder zu "Lernmaschinen" macht. Ich habe für meine "G8-Kinder" die Anforderungen im Instrumentalunterricht angepasst: Mehr Bewegung, mehr Musizieren in Gruppen, lachen, Spass haben, Entspannen beim Musik hören usw.
    Die theoretischen Inhalte vertiefe ich nicht mehr so sehr wie vor G8, weil ich merke, dass sich die Schüler am Nachmittag kaum noch konzentrieren können.

    Ja, aber wer in der Schule nicht spurt, dem winkt auch schon Hartz4! So jedenfalls erzählte es neulich ein Mädchen, was ziemlich fertig in meinen Unterricht kam und 30 Minuten einfach nur einen guten Zuhörer brauchte.

    Warum zeigt man nicht den Kindern, wie man effektiv lernen kann und lässt zu viel Detailwissen weg. Warum weckt man nciht das Interesse an den Dingen? Dann lernen die Kinder doch von selbst. Klappt im Instrumentalunterricht doch schliesslich auch: Da gibt es 1x wöchentlich eine halbe Stunde Unterricht und trotzdem lernen die Kinder so etwas Komplexes wie das Bedienen eines Instruments.

    Klar, die Lehrer in der Schule können nichts dafür. Sie können und müssen sich an Vorgaben halten. Da bin ich soooo froh, dass ich ein Mal im Vorteil bin und meine Unterrichtsinhalte frei bestimmen kann - in Absprache mit dem Schüler. Wir sind ein Lernteam. Deshalb klappt es auch prima und es wird freiwillig, ohne Druck und erhobenen Zeigefinger gelernt.

    Und soll ich Euch mal etwas sagen!? Das macht mir SPASS! Und den Schülern auch!

    Viele Grüsse,
    Euer Gretchen

    PS. Vielleicht sind katholische Privatschulen eine Alternative? Da gibt's doch zur Zeit sicher den einen oder anderen Platz zum Schnäppchenpreis!
    :>>

  • Ostern schon was vor?

    Mein Telefon klingelt.

    Stimme, weiblich: "Guten Tag, Frau Gretchenfrage! Hier Frau Orchesterbüro aus dem Sinfonieorchester Trallala."

    Gretchen: "Guten Tag..."

    Frau Orchesterbüro: "Frau Gretchenfrage, ich habe da ein paar Termine zu einem gaaaaaanz ganz tollen Orchesterprojekt und wollte fragen, ob Sie nicht bei uns Aushilfe spielen würden."

    Gretchen: "Mhhh.", zückt den Terminkalender.

    Frau Orchesterbüro: "Aaaaalso, da hätten wir den Mittwoch vor Ostern. Wir fahren nach 220kmEntferntDorf und proben dort 2x 3 Stunden, dann übernachten wir dort, Donnerstag vor Ostern sieht genau so aus, Freitag haben wir dann am Abend ein Konzert in 230kmEntferntDorf und Samstag und Sonntag je zwei Konzerte in 240kmEntferntDorf."

    Gretchen, denkt.... Ein Ostern ohne Familie. Hmmm... Viel Arbeit... Bruch Violinkonzert... naja, schön, aber nicht gerade wahnsinnig interessant für mein Instrument. Ausserdem habe ich für Ostern schon zwei kleinere Auftritte (je 1 Std) in unmittellbarer Nähe zugesagt, die mit 220€ pro Termin ganz prima bezahlt sind.

    Gretchen stellt die alles entscheidende Frage: "Und wie sieht das finanziell aus?"

    Grau Orchesterbüro: "Aaaaalso, wir hatten gedacht, wir zahlen die Übernachtung...." *yeah* "..und natürlich die 17,90€ Pauschalspesen pro Tag und dann noch pro Tag eine Gage von je... äääääh.... 130 Euro!"

    Gretchen überschlägt... 650€ brutto für ein Osterfest ohne Familie, mindestens zwei Nachmittage mit Babysitter fürs Orchestermusikerkind und eine Schwiegermutter, die an Ostern auf mich verzichten muss....

    Da Netto leider nur gerade mal die Hälfte von der Gage übrig bleibt, sage ich ab. Unglaublich, dass deutsche Kulturorchester so mickrige Gagen zahlen!

    Punkt.

    Hätte ich im Studium und in den ersten Berufsjahren niemals getan, aber ich weiss einfach was mir wichtig ist. Und das sind meine Familie und meine Freunde. Habe gerade einen Vortrag gehört, der an Gehirnwäsche grenzte: Die Referentin fragte uns, wie wir uns unsere eigene Beerdigung vorstellen würden. Wer sollte kommen, wer sollte traurig sein und warum, was sollte über unser Leben erzählt werden.

    Fand ich zwar eine heftige Vorstellung, aber hat mir gezeigt, was mir wichtig ist.

    Viele Grüsse,
    Euer Gretchen - die jetzt mit der Orchestermusikerkind Ostereier ausbläst und dann noch für zwei Stunden zu den Musikschülern eilt.

  • Urlaub machen will!

    Da bin ich wieder! Habe das Passwort zum Blog rekonstruieren können! Yeah!

    Nach unserem verpatzten Urlaub in einem so nett beworbenen "Kinderhotel" in Österreich mit exzelleten Blick in Tiefgarage und auf Mülltonnen, haben wir uns mit der Hotelleitung relativ freundliche Briefe geschrieben und bekamen immerhin 50% der Urlaubskosten erstattet.

    Nun gut. So habe ich eben ein Mal in meinem Leben für fast 500 Euro eine Nacht mit Blick auf Tiefgarage, Mülltonnen und die dahinter liegenden Pitztaler Alpen geschlafen. Nie wieder!

    Jetzt stellt sich die Frage: Was machen wir denn nun im nächsten Urlaub? Ich möchte unbedingt wegfahren. Dabei ist es gar nicht wichtig, ob es nun die balearische Insel, das schwedische Ferienhäuschen, oder der bayerische Bauernhof ist. Es sollte sich dort einfach nur die Orchestermusiker-Familie (Mama, Papa, Kind unter sechs Jahren) wohlfühlen.

    Was ich möchte?

    - Wärme, aber keine Hitze
    - möglichst kein Regen
    - saubere Umwelt (also bitte kein Handyfunkmast auf der Hotelanlage)
    - gutes Essen (keine frittierten Köstlichkeiten aus der Tiefkühltruhe)
    - eine Umgebung, in der das Orchestermusikerkind gefahrlos herumtollen kann (keine Hauptstrasse vorm Haus...)

    Wo soll ich denn nun buchen? Hat nicht jemand von Euch einen guten Tipp für mich?

    Was ich in diesem Sommer auf jeden Fall nicht tun werde: Konzerte spielen. Diese Ferienzeit möchte ich für mich haben.
    Klar verstehe ich die Kollegen, die auch in der "spielfreien Zeit" (wie das so schön in unserer Programmvorschau heisst) ein paar Muggen machen, um ein paar extra Kröten anzuschleppen, aber nach der letzten Steuererklärung kann ich nur sagen: Hat zwar Spass gemacht, aber sich absolut nicht gelohnt! Wäre ich irgendwo schwarz putzen gegangen, hätte ich sicherlich das Gleiche verdient.
    Und dass ich mich wegen so wenig Geld aus dem Familienurlaub zurückziehe? NJET! Keine Lust! Muss der Musiksommer in Hier-und-Dort-Ort eben auf meine Mitwirkung verzichten.
    Ich bin einfach nicht mehr bereit für KEIN GELD zu arbeiten.

    Ach, Frau Gretchenfrage, können Sie nicht ein wenig zur Unterhaltung bei uns mit ihren Schülern spielen? Die bekommen auch alle eine Bratwurst! - Geil, Bratwurst! Aber dafür zwei extra Proben mit den Schülern (unbezahlt), Telefonate mit den Eltern, Organisation der Fahrt, Versicherung, Gema-Gebühren... NÖ!

    Da mache ich lieber ein Samstag-Nachmittag-Musiklager mit meinen Schülern in der Musikschule. Wir spielen, basteln, musizieren und essen Kuchen, den die Eltern gespendet haben. Dafür fällt dann die letzte Unterrichtsstunde vor den Osterferien aus. Beim Abholen gibt's eine kleine Konzerteinlage und alle sind glücklich!

    Schlechte Nachrichten habe ich gestern irgendwo im Radio gehört: Die Konzertpublikum altert überdurchschnittlich schnell. Ja, warum das denn? Wenn uns Orchestermusikern schneller graue Haare wachsen als anderen Leuten - klar! Bei dem Arbeitspensum. Aber nun auch noch die Konzertbesucher! Ja, der Konzertnachwuchs fehlt. Die gehen lieber zu TokioHotel, Pink...
    Das ist ja jetzt auch die Generation von Kindern, deren Eltern in der Schule gelernt haben, wie verstaubt und langweilig Klassik sein kann. Damals gab's kaum Kinderkonzerte und der Schulunterricht Musik war wohl eher gruselig. Notenlehre, Lebensdaten von Komponisten auswendig lernen usw.

    Wie sinnvoll das war, zeigt sich jetzt!
    Ich bin auch nie gern in den Musikunterricht meiner Schule gegangen. Die Lehrerin hat es sich ziemlich einfach gemacht: Jeder Schüler hielt 1x pro Halbjahr ein Referat über das Leben eines Komponisten, sie hat das bewertet.

    Die Klassenarbeit sah dann so aus:
    "Schreibe den Wissen über W.A. Mozart auf. Maximal fünf Stichpunkte!"

    Gretchen (damals 12 Jahre alt) schrieb:

    - W. steht für Wolfgang
    - A. steht für Amadeus
    - W.A. Schwester hiess Maria Anna - genannt Nannerl
    - W.A.s Sinfonie Nr. 30 steht in D-Dur
    - W.A.s Sinfonie Nr. 41 steht in C-Dur

    Super, Gretchen! Volle Punktzahl! Eine Eins mit Sternchen...

    Mein Referat habe ich dann über Don Carlo Gesualdo gehalten. Ich wusste, dass es über diesen Herren nur ein einziges Buch gab, was aber leider den Etat meines Sparkontos bei weitem überstieg. Also habe ich mir Leben und Werk komplett ausgedacht und ein 30 minütiges Referat dazu gehalten. Ich habe eine richtige Kriminalgeschite draus gemacht und am Ende etwas Musik aus irgendeinem Kloster laufen lassen, weil ich nichts besseres auftreiben konnte. Die Musiklehrerin hatte keinen Furz Ahnung und hat meine Phantasiegeschichte mit einer glatten Eins durchgehen lassen...
    :>>

    Echt arm, so ein Unterricht! Und kein Wunder, wenn es Leute in meinem Alter nicht ins Konzert zieht! Im Normalfall hat man jedenfalls nichts Interessantes darüber in der Schule gelernt.

    So, nun aber ab zum Kaffeetrinken bei der Nachbarin!
    Viele Grüsse,
    Euer Gretchen

  • Fasching und die Folgen

    Hallo Ihr Lieben!

    An all diejenigen, die per Mail und im Kommentar danach gefragt haben:
    Ich lebe noch, denn Unkraut vergeht schliesslich nicht!
    :>>

    Neben dem üblichen Alltagswirrwar mit Konzerten, Proben, Schülern, Haushalt und Familie (eigentlich die falsche Reihenfolge), plagt mich gerade der Fasching.

    Mit meinen Schülern mache ich am Wochenende eine Art Faschingskonzert, wofür ich ziemlich viele Kostüme organisieren musste. Auch das Orchestermusikerkind musste ein Kostüm haben. Es sollte natürlich nix von der Stange sein. Nein. Kreativ wie Musiker meistens sind, habe ich selbst genäht und gebastelt...
    ...und es sieht nicht mal danach aus!
    Stolz bin!
    ;D

    Ich selbst gehe natürlich auch zum Fasching - zwischen Vormittagsprobe und Konzert am Abend, Schüler sind abgesagt. Erst gestern hatte ich allerdings ein schlimmes Problem:
    Ich - verkleidet als Hexe - ... und jetzt sagt nicht, ich müsse mich dazu nicht verkleiden! ... habe jedenfalls ordentlich mit ZAHNSCHWARZ herumgeschmiert und sah, nun ja, wirklich gut aus.

    Ich habe bis zu letzten Minute gefeiert, wollte mich dann schnell ins Konzertoutfit schmeissen und ab auf die Bühne, aber da war ja noch etwas...
    ... das Zahnschwarz ging nicht mehr ab!
    |-|
    Ich habe daran herumgerubbelt, Zahnbürste war natürlich nicht zur Hand, die Kollegen schon auf dem Weg zur Bühne...
    ...und ich dann irgendwann auch.
    Mit schwarzen Zähnen!
    Habe einfach versucht den Mund nicht aufzumachen, oder zu lächeln.

    Nur kurz vor dem Solo von Kollege 1, links neben mir, habe ich ihn breit grinsend angelächelt.
    Der Gute ist vor Schreck fast vom Stuhl gefallen und hat einen mächtigen Kieks gelassen.
    Tschuldigung!

    Und wie geht nun das Zahnschwarz möglichst schnell und schonend ab?

    Viele Grüsse,
    Euer Gretchen - in Faschingslaune

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